Wir wünschen allen Freunden, Mitstreitern und Unterstützern frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2019!
Wir können auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Lesen Sie dazu unseren Pressetext:
100 Tage ROTARY-HOSPIZ in Erbach im Odenwald

Von den „ersten hundert Tagen“ spricht man gern im politischen Bereich. Dort werden dann in der Regel die ersten Aktivitäten neu gewählter Staatsmänner oder -frauen einer ersten Prüfung unterzogen.
Eine ähnliche Rückschau unternahm dieser Tage das Leitungsteam des in Erbach/Odenwald beheimateten ROTARY-HOSPIZES, das seinen Betrieb am 1. Juli 2018 aufnahm und somit dieser Tage etwa die gleiche Spanne wie im politischen Feld erreichte.
Dieses besondere Haus im Odenwald wurde durch die mehr als großzügige Spende des Ehrenvorsitzenden des Rotary-Clubs Erbach-Michelstadt, Dr. Walter Wasserbäch, ermöglicht.
Zunächst war in der ländlichen Region an ein stationäres Haus nicht zu denken. 2007/2008 hatte Barbara Prystanowski mit der Keimzelle einer ambulanten Hospizarbeit begonnen. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Gruppen ehrenamtlicher Hospizhelferinnen ausgebildet, die in der Folge eine rege Hospizarbeit bei Betroffenen zuhause, in Krankenhäusern oder Altenheimen betrieben. 2009 wurde schließlich ein gemeinnütziger Verein mit der Bezeichnung „HOSPIZ-Initiative Odenwald e.V.“ gegründet. Die Michelstädter Frauenärztin Dr. Erika Ober fungiert seither als Vorsitzende dieses Vereins, Gerd Schubart aus Erbach als zweiter Vorsitzender. Die erfahrenen Mediziner Dr. Leinberger und Dr. Genth-Reifschneider stehen seither der Initiative und nun auch dem HOSPIZ beratend zur Verfügung. Von Anfang an wurde das Projekt in finanzieller Hinsicht von der Gert und Edina Silber-Bonz-Stiftung großzügig unterstützt. Schließlich ist der Erfolg der HOSPIZ-Initiative ohne die engagierte und vielfältige Unterstützung des Ehepaars Manfred und Heidi Leinweber nicht denkbar.
Aufgrund der engagierten Arbeit von Barbara Prystanowski, der damaligen Leiterin des Alten- und Pflegeheims, wurden dort zwei Betten für Schwerstkranke eingerichtet.
In all den Jahren betrieb die HOSPIZ-Initiative eine rege Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem durch Vorträge in Schulen und unterschiedlichen Einrichtungen. 2015 kam es anlässlich einer Präsentation im „Rotary-Club Erbach-Michelstadt“ durch die Vereinsvorsitzende Dr. Erika Ober und deren Stellvertreter Gerd Schubart zu einer folgenschweren Begegnung. Der Rotarier und ehemalige Unternehmer aus Beerfelden, Dr. Walter Wasserbäch war von der Konzeption und von der bisherigen Arbeit der HOSPIZ-Initiative äußerst angetan und stellte seine erweiterte finanzielle Unterstützung in Aussicht.
So kam es schon im Laufe des Jahres 2015 zu ersten Planungsgesprächen; im Folgejahr wurde bereits ein Architekt – Prof. Bernhard Kogel aus Karlsruhe – mit den weiteren Planungen beauftragt. Der Bau wurde im Laufe des Jahres 2017 begonnen und konnte bereits in der ersten Hälfte von 2018 abgeschlossen werden. Seit Juli dieses Jahres hat nun ein engagiertes Team seine Arbeit aufgenommen. Die besondere Ausstrahlung des modernen und zugleich zweckmäßig gestalteten Gebäudes findet seine Entsprechung im zugewandten und empathischen Arbeitsstil des Pflege- und Verwaltungsteams. Dabei beziehen die Fachkräfte der Einrichtung die beiden anderen regionalen Initiativen im Hospizbereich – die „Hospizgruppe Südlicher Odenwald“ und die „Sozialstation Höchst“ – in ihre Arbeit stets mit ein.
Von den bisherigen Patienten wie auch von Angehörigen und Besuchern war bereits viel Lob zu hören. Kreative Aktionen wurden bereits ausprobiert oder eingeführt – so zum Beispiel unter anderem der Mittwoch-Nachmittags-Kaffee im „Wohnzimmer“ des ROTARY-HOSPIZES. Ende Oktober konnte einer Patientin ein Konzertbesuch ermöglicht werden – mit Hilfe der „Wünschebus-Aktion“ des ASB. Ein Patient fasste seine Eindrücke vom HOSPIZ in Form eines beeindruckenden Gedichtes zusammen, das nun den Flur des Hauses ziert.
Die Vorsitzende der HOSPIZ-Initiative, Dr. Ober, wie auch die Einrichtungsleiterin, Barbara Prystanowski und der neue Geschäftsführer, Mathias Bojahr, fassten in einem Resümee die Erfahrungen aus 100 Tagen ROTARY-HOSPIZ zusammen: „In einem hochwertig ausgestatteten Haus werden wir, als Teil eines kompetenten Teams, weiterhin die letzten Tage für schwerstkranke Menschen in der Region – und deren Angehörige – so schmerzfrei und so angenehm wie möglich gestalten.“

[Pressetext zur Veröffentlichung freigegeben]