Claudia W., eine schwersterkrankte Michelstädterin, verbringt ihre letzte Lebenszeit im Rotary-HOSPIZ in Erbach. Sie bewohnt eines der acht lichtdurchfluteten Zimmer mit Blick auf sanfte grüne Hügel. Frau W. ist des Lobes voll über die Bedingungen in dem neu errichteten Haus hinter dem Erbacher Krankenhaus. Sie äußert sich anerkennend über die zweckmäßige und wohltuende Einrichtung, vor allem aber gefällt ihr, wie umsorgend und liebevoll das Pflegepersonal, die Hauswirtschaftskräfte bis hin zur Leitung des Hauses sich ihren Patienten widmen.

Am vergangenen Samstag war nun ein besonderer Tag für Frau W. Sie hatte sich schon immer für Chormusik interessiert und auch regelmäßig Konzerte in der Region besucht. So äußerte sie nun den Wunsch, das aktuelle Chorkonzert von Iris Thierolf in Michelstadt zu besuchen. Im Rotary-HOSPIZ wusste man, dass es in vielen Bundesländern eine Initiative gibt, die sich „Wünschewagen“ nennt. Der Arbeitersamariterbund (ASB) übertrug diese – ursprünglich in Holland ins Leben gerufene – Idee nach Deutschland und stattete mehrere Fahrzeuge entsprechend aus. Auch in Hessen gibt es ein solches Fahrzeug, stationiert in Darmstadt. Da der „hessische Wünschewagen“ nun aber gerade an diesem Tag schon reserviert war, wandte man sich von Seiten des Rotary-HOSPIZES an den ASB in Rheinland-Pfalz, der bereitwillig einsprang.

Zwei überaus engagierte ehrenamtliche ASB-Mitarbeiter kamen am Samstag frühzeitig zum Rotary-HOSPIZ, wo sie den anwesenden Hospiz-Mitarbeitern das zweckmäßig ausgestattete Fahrzeug erläuterten. Sie konnten von über 80 Einsätzen berichten, nicht selten auch ins europäische Ausland. So wurde etwa einem siebenjährigen Jungen der Wunsch erfüllt, noch einmal zum Disney-World bei Paris zu fahren. Einem anderen Patienten wurde ein Tandem-Fallschirmsprung ermöglicht.

Mittlerweile war auch der Ehemann von Frau W. angekommen, und es wurde Zeit, die erwartungsvolle Patientin behutsam in das Fahrzeug zu laden. Angekommen beim Konzertsaal in Michelstadt, wurde Frau W. von Chorleiterin Iris Thierolf persönlich begrüßt. Nach dem Konzert äußerte Claudia W. sich den beiden ASB-Mitarbeitern gegenüber dankbar und glücklich über dieses kulturelle Highlight.

(Anmerkung DSGVO: Alle beteiligten Personen sind mit der Veröffentlichung einverstanden)

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